
Ampel plant Punktesystem für Einwanderer
n-tv
Um Fachkräfte aus aller Welt anzulocken, plant die Bundesregierung ein Punktesystem, das an Kanada angelehnt ist. Wer bereits deutsch spricht oder in Mangelberufen arbeitet, soll künftig auch ohne Nachweis eines Jobs einreisen dürfen, heißt es in dem Entwurf.
Mit einem Punktesystem nach kanadischem Vorbild will die Bundesregierung Einwanderern den Aufenthalt in Deutschland erlauben, auch wenn sie noch keinen Arbeitsplatz vorweisen können. Das geht laut dem Portal t-online aus den "Eckpunkten zur Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten"hervor, die das Kabinett am Mittwoch beschließen will. Menschen mit "gutem Potenzial" soll demnach ein "Aufenthalt zur Suche eines Arbeitsplatzes" ermöglicht werden, heißt es in dem 23 Seiten langen Papier. Wer für eine solche "Chancenkarte" infrage kommt, will die Regierung "auf Grundlage eines transparenten, unbürokratischen Punktesystems" entscheiden.
In dem Papier heißt es dem Bericht zufolge weiter: "Zu den Auswahlkriterien können Qualifikation, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Deutschlandbezug und Alter gehören." Wie das Punktesystem genau funktionieren soll, ob etwa Schwächen bei einem Kriterium mit Stärken bei einem anderen ausgeglichen werden können, ist noch nicht weiter erklärt, schreibt t-online. "Deutschland benötigt branchenübergreifend dringend Fachkräfte", heißt es in der Einleitung. "Deshalb müssen alle Potenziale im In- und Ausland gehoben werden." Dazu hat die Bundesregierung drei "Säulen" identifiziert, an denen sie vor allem ansetzen will. Neben der "Potenzial-Säule" mit der sogenannten Chancenkarte sind das die "Fachkräfte-Säule" und die "Erfahrungs-Säule".
In der "Fachkräfte-Säule" soll künftig etwa eine "anerkannte Qualifikation grundsätzlich zu jeder qualifizierten Beschäftigung in nicht-reglementierten Berufen berechtigen". Die "Blaue Karte", ein EU-Instrument für Hochqualifizierte, soll "einwanderungsfreundlicher" werden, indem die Gehaltsgrenzen gesenkt werden, die ein Bewerber erfüllen muss. Künftig soll nur noch das "1,25-fache des Durchschnittsjahresbruttogehalts" als reguläre Gehaltsgrenze nötig sein. Für Berufe, in denen dringend Fachkräfte gesucht werden ("Engpassberufe") sowie für Berufsanfänger soll das "1,0-fache des Durchschnittsjahresbruttogehalts" ausreichen.
