
Aktueller Überblick über Hebammen im Land fehlt
n-tv
Die Zahl der Geburten sinkt seit Jahren in Sachsen-Anhalt. Das Land will alle Geburtsstationen erhalten, hat das aber nicht wirklich in der Hand. Und eine aktuelle Übersicht über die Hebammen fehlt auch.
Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Der Hebammenverband Sachsen-Anhalt kritisiert einen mangelhaften Überblick über die Geburtshelferinnen im Land. Wie viele Klinikhebammen es tatsächlich gibt und wie viele von ihnen in Teilzeit arbeiten, sei nicht registriert, sagte die Vorsitzende des Hebammenverbandes, Undine Bielau. Damit sei auch nicht klar, wie groß Angebot und Bedarf seien. Auch Altersstrukturen und Fluktuationen seien nicht erfasst, eine Planung sei so nicht möglich. Es werde nach Lösungen für eine Registrierung gesucht, ob über Amtshebammen oder Gesundheitsämter. Der Verband fordere das seit Jahren.
Das Sozialministerium verwies auf die Frage nach den vorliegenden Zahlen und Prognosen auf die Ergebnisse einer 2018 vorgestellten Hebammenstudie. Damals sei das Arbeitsvolumen mittels einer umfangreichen und zeitaufwendigen Befragung der Hebammen ermittelt worden. Zudem gebe es ein vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten zur stationären Hebammenversorgung, das im Januar 2020 veröffentlicht worden sei.
Aktuelle Zahlen erfassen nur Teilbereiche: Der GKV-Spitzenverband führt eine Statistik über freiberufliche Hebammen, die bei der gesetzlichen Krankenkasse Leistungen abrechnen. Die Zahl der darin erfassten Hebammen ist seit 2018 vergleichsweise konstant bei rund 350. Allerdings ist die Zahl der Hebammen in der Geburtshilfe zurückgegangen von 69 im Jahr 2018 auf 41 im vergangenen Jahr. Nicht erfasst sei dabei, wie viele Hebammen in Teilzeit arbeiteten, laut GKV-Spitzenverband ist die Quote generell sehr hoch. Und auch die fest in Krankenhäusern angestellten Hebammen sind nicht enthalten.
