
AfD-Geldgeber kommt aus dem Verschwörermilieu
n-tv
Die größte Einzelspende aller im Bundestag vertretenen Parteien geht im ersten Halbjahr an die AfD. Der Geldgeber verbreitet rassistische und antisemitische Verschwörungstheorien, hält sich selbst aber nicht für rechtsradikal.
Die im Bundestag vertretenen Parteien erhalten wieder mehr Großspenden von Unternehmen, Verbänden und Einzelpersonen. Für das erste Halbjahr 2023 weist der Deutsche Bundestag für SPD, CDU, Grüne, FDP und AfD-Einnahmen von insgesamt 994.444 Euro aus - mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Zu Großspenden werden Zuwendungen ab 50.000 Euro gezählt.
Spitzenreiter im ersten Halbjahr 2023 ist die AfD. Sie erhielt eine Einzelspende von 265.000 Euro, die größte in diesem Jahr bislang. Hinter der Zuwendung steht der Bauingenieur Hartmut Issmer aus Erlensee in Hessen. In einem kurzen Telefonat mit RTL/ntv schildert Issmer seine Motivation für die Großspende. Er sei ein Gegner des "Corona- und Klimaschwachsinns" und lehne den Kurs der Bundesregierung gegenüber Wladimir Putin und der russischen Regierung strikt ab.
Nach eigenen Angaben ist der 71-Jährige als Bauingenieur zum Millionär geworden. Er sei ein "überzeugter deutscher Patriot" und Unterstützer des Höcke-Lagers innerhalb der AfD. Der Verfassungsschutz stuft den Thüringer Landeschef Björn Höcke als rechtsextrem ein. Auch mit dem frisch gewählten EU-Spitzenkandidaten der AfD, Maximilian Krah, sympathisiere er, so Issmer. Teilweise bestünden persönliche Kontakte zwischen ihm und dem Höcke-Lager, erklärte er.
