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1993: "Grüner" Kühlschrank aus dem Osten

1993: "Grüner" Kühlschrank aus dem Osten

DW
Tuesday, March 14, 2023 05:24:51 PM UTC

Vor 30 Jahren lief ausgerechnet beim Ex-DDR-Unternehmen Foron eine Technik-Revolution vom Band: Der erste Kühlschrank ohne das Treibhausgas FCKW. Die Technik ist heute Branchenstandard. Foron allerdings ist Geschichte.

Wenn der 78-jährige Wolfgang Lohbeck und der zwei Jahre ältere Albrecht Meyer an den 15. März 1993 zurückdenken, dann nicht ohne Stolz. Der Greenpeace-Mann aus Hamburg und der Ingenieur aus dem Erzgebirge waren damals maßgeblich an einer Technik-Revolution beteiligt: dem Start der Serienproduktion des weltweit ersten Kühlschrankes ohne den Ozon-Killer FCKW.

Das Gerät wurde beim ehemaligen DDR-Unternehmen Foron Hausgeräte GmbH gebaut. Die Umweltorganisation und die Sachsen waren eine ungewöhnliche West-Ost-Kooperation eingegangen. Inzwischen wurden weltweit viele Hundert Millionen FCKW-freie Kühlschränke gebaut, in Deutschland wurde das Treibhausgas 1995 in Neugeräten verboten.

Vor allem bei der Energieeffizienz der Geräte hat sich viel getan. Fachleute schätzen den Stromverbrauch moderner Kühlschränke auf 30 bis 40 Prozent dessen, was die Geräte 30 Jahre zuvor verbraucht haben. Ähnliche Zahlen verwendet der Branchenriese BSH Hausgeräte. Ein Einbaukühlschrank der Marke Bosch etwa habe 1994 noch 226 Kilowattstunden im Jahr verbraucht - ein vergleichbares Gerät liege heute bei nur rund 74 Kilowattstunden.

Diese Entwicklung treibt die Industrie nicht nur aus Eigennutz voran: "Das Energielabel gehört bei Hausgeräten zu den wichtigsten Faktoren für die Kaufentscheidung", sagt Petra Süptitz vom Konsumforschungsunternehmen GfK. Im Vordergrund stünden immer noch der Preis und die Qualität. Aber Stromsparen und der Wunsch, etwas für die Umwelt zu tun, seien für Konsumenten echte Anreize.

Vor 30 Jahren sah es in der Branche noch etwas anders aus, wie Lohbeck erzählt. Der Greenpeace-Mann suchte damals eine Firma, die einen FCKW- und FKW-freien Kühlschrank baut. Die bundesdeutsche Kühlschrank-Industrie habe jedoch strikt auf das Mittel R134a gesetzt. Das ist ein Fluorkohlenwasserstoff (FKW), der zwar kein Chlor mehr enthält, aber immer noch ein hohes Treibhauspotenzial hat.

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