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125 Beschäftigte der katholischen Kirche outen sich

125 Beschäftigte der katholischen Kirche outen sich

DW
Monday, January 24, 2022 10:52:04 AM UTC

Noch im vergangenen März stellte der Vatikan klar, homosexuelle Partnerschaften entsprächen nicht den Plänen Gottes. Jetzt gehen 125 nicht-heterosexuelle Beschäftigte katholischer Einrichtungen an die Öffentlichkeit.

Die Aktion ist beispiellos: 125 Menschen, die in der katholischen Kirche arbeiten, haben sich als nicht-heterosexuell geoutet und ein Ende ihrer Diskriminierung gefordert. Unter ihnen sind Priester, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen, Religionslehrer und Religionslehrerinnen, aber auch Verwaltungsmitarbeiter. Sie wehren sich gegen die bislang geltende Lehrmeinung der katholischen Kirche wonach gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht "auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden können", wie es in dem Manifest der 125 heißt. Damit gemeint ist ein traditionelles Rollenbild von Mann und Frau.

Sie fordern eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts, so dass die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität künftig kein Kündigungsgrund mehr sind. Außerdem sollen diffamierende Aussagen zu Geschlechtlichkeit und Sexualität aus der kirchlichen Lehre gestrichen werden. Der Zugang zu den katholischen Sakramenten und zu allen Berufsfeldern der Kirche dürfe ihnen nicht mehr vorenthalten werden.

Im vergangenen März hatte der Vatikan noch einmal klargestellt, dass homosexuelle Partnerschaften nicht den Plänen Gottes entsprächen.

Pfarrer Bernd Mönkebüscher aus Hamm, der 2021 bereits bundesweite Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare mit initiiert hatte, sagte, die Aktion sei durch das Coming-Out - also das Öffentlichmachen der sexuellen Orientierung oder Identität - von 185 Schauspielerinnen und Schauspielern im vergangenen Jahr inspiriert worden. Die damaligen Unterzeichner, unter ihnen Ulrich Matthes und Ulrike Folkerts, hatten kritisiert, dass sich viele nicht offen zu ihrem Anderssein bekennen könnten, ohne berufliche Nachteile befürchten zu müssen.

Die Initiative, die nun die Öffentlichkeit gegen solchen Druck von Seiten der Kirche mobilisieren will, trägt den Namen "OutInChurch. Für eine Kirche ohne Angst". Das Netzwerk ruft alle LGBTIQ+-Personen, die haupt- oder ehrenamtlich für die katholische Kirche tätig sind, dazu auf, sich der Initiative anzuschließen. An die Bischöfe geht der Appell, öffentlich ihre Unterstützung für das Manifest zu erklären.

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