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1,2 Milliarden Euro Strafe für Facebook-Mutter Meta

1,2 Milliarden Euro Strafe für Facebook-Mutter Meta

DW
Monday, May 22, 2023 12:32:52 PM UTC

Es geht um Verstöße gegen EU-Datenschutzregeln. Der US-Online-Konzern Meta soll deshalb die Rekordstrafe von 1,2 Milliarden Euro zahlen. Kein anderer Internetriese kassierte in den vergangenen Jahren so viele Bußgelder.

Meta wurde für schuldig befunden, illegal Daten europäischer Nutzer seines Netzwerks Facebook in die USA übermittelt zu haben. Das teilte die irische Datenschutzbehörde DPC in Dublin mit und gab Meta fünf Monate Zeit, um die entsprechenden Datentransfers in die USA zu unterbinden. Es handelt sich um die höchste jemals in Europa verhängte derartige Strafe. Der Facebook-Mutterkonzern hat seinen europäischen Hauptsitz in Dublin, die DPC ist daher für deren Einhaltung von EU-Regeln zuständig.

Jahrelang hatte sich die irische Datenschutzkommission geweigert, in dieser Sache gegen Facebook vorzugehen. Letztlich verpflichtete der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) die DPC, eine Strafe gegen das soziale Netzwerk zu verhängen. Der aktuelle Beschluss bezieht sich nur auf Facebook, nicht auf andere Dienste aus dem Meta-Konzern wie Instagram oder Whatsapp.

Hintergrund ist der seit Jahren laufende Streit über die Übertragung von Daten von Facebook-Nutzern aus der Europäischen Union auf US-Server. Auslöser war eine Beschwerde des österreichischen Datenschutz-Verfechters Max Schrems. Dabei geht es um Befürchtungen, dass US-Geheimdienste auf die Informationen europäischer Nutzer zugreifen könnten. Die Bedenken waren im Zuge der Enthüllungen des US-Whistleblowers Edward Snowden zu Massenüberwachungen durch angloamerikanische Geheimdienste aufgekommen.

Im Jahr 2020 hatte der Europäische Gerichtshof eine EU-US-Übereinkunft zur Datenübertragung für ungültig erklärt. Eine neue Rahmenvereinbarung war im März geschlossen worden, ist aber noch nicht in Kraft. Meta hatte im Verlauf des Streits behauptet, die Maßnahmen könnten letztlich dazu führen, dass die Facebook-Dienste in Europa eingestellt werden müssten.

Der US-Konzern kündigte umgehend Berufung gegen die jetzt verhängte Milliardenstrafe an. Die Entscheidung sei "fehlerhaft und ungerechtfertigt". Meta-Topmanager sprachen von einem "gefährlichen Präzedenzfall für zahllose andere Unternehmen, die Daten zwischen der EU und den USA transferieren". Für die Nutzer in Europa ändere sich zunächst nicht, es werde nicht zu Störungen kommen, hieß es weiter.

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