
„Situation, die es in der Bundesrepublik so noch nicht gegeben hat“
Die Welt
Eigentlich sollte am nächsten Sonntag auch in Thüringen gewählt werden. Doch die Neuwahl fällt aus. Linke-Ministerpräsident Ramelow will drei Jahre ohne Mehrheit weiterregieren. Drohen neue Chaostage? Erstmal soll eine neue Blamage durch die AfD unbedingt vermieden werden.
Der kommende Sonntag war in Thüringen anders geplant: Am 26. September sollten die rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten dort nicht nur über den Bundestag, sondern auch über den Landtag abstimmen. Nach der Krise rund um die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Regierungschef im Februar 2020 hatten sich Linke, Grüne, SPD und CDU darauf verständigt, in diesem Jahr eine Neuwahl zu ermöglichen.
Doch die fällt aus. Im Sommer hatten sich die Parteien in Erfurt darüber heillos zerstritten. Ein Antrag zur Auflösung des Landtags wurde nicht mehr gestellt. Gleichzeitig kündigte die CDU den sogenannten Stabilitätspakt auf, der die Minderheitsregierung des linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow im Amt gehalten hatte. Denn den Regierungsparteien fehlen im Parlament vier Stimmen zur Mehrheit.










