
„Kriminelle Vereinigung“? Hausdurchsuchungen bei Aktivisten von „Letzte Generation“
Die Welt
An mehreren Orten in Deutschland durchsuchen Polizisten Wohnungen von Klimaaktivisten. Es steht der Vorwurf im Raum, dass sie eine kriminelle Vereinigung gebildet hätten. Auslöser der Ermittlungen war offenbar eine Protestaktion an einer Pipeline.
Am Dienstagmorgen ist es laut Angaben der Klimaprotestgruppe „Letzte Generation“ zu Durchsuchungsmaßnahmen bei elf Aktivisten gekommen. Wie WELT erfuhr, verantwortet die Staatsanwaltschaft Neuruppin die Ermittlungen federführend. Oberstaatsanwalt Cyrill Klement sagte, es würden verteilt über die Bundesrepublik Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Neuruppin vollstreckt.
Auslöser der Ermittlungen waren offenbar Sabotage-Aktionen der „Letzten Generation“ an einer Pipeline in Schwedt. Dort hatten Aktivisten seit dem Fühjahr mehrfach versucht, den Ölfluss zu unterbrechen. Die betroffene PCK-Raffinerie hatte den Aktivisten nach eigenen Angaben im Oktober einen Dialog angeboten. Weitere Protestaktionen an einer Pumpstation sorgten jedoch für einen ergebnislosen Abbruch der Gespräche.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












