
„Kaczynski hasst mich“
Die Welt
Sein Widerstand im Sozialismus brachte ihn ins Gefängnis, heute ist er einer der lautesten Kritiker der Regierung in Warschau: Adam Michnik, Chefredakteur der „Gazeta Wyborcza“, über polnische Minderwertigkeitskomplexe, die russische Bedrohung und die neue Bundesregierung.
Adam Michnik ist eine Legende: Der 75-Jährige ist kein bisschen müde, kampfeslustig wie seinerzeit, als er sich gegen das kommunistische Regime auflehnte. Heute ist Michniks Gegner die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), speziell ihr Vorsitzender Jaroslaw Kaczynski, der nur drei Jahre jünger ist als er. Michnik ist Chefredakteur der liberalen Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“. Trotz anhaltenden Drucks von der Regierung und etlicher Klagen hat die Redaktion sich nicht unterkriegen lassen. Andere Medien wurden aufgekauft, das Staatsfernsehen zu einem Propagandainstrument umgebaut.
Michnik wurde im sozialistischen Polen mehrfach als politischer Gefangener inhaftiert, erstmals wegen seiner Beteiligung an den „März-Ereignissen“ 1968. Auf Proteste folgte eine antisemitische Kampagne der Regierung, viele Juden wurden aus dem Land gedrängt. Michnik, der aus einer jüdischen Familie stammt, blieb und wurde eine der prägenden Figuren der politischen Wende und der Zeit danach. Der Chefredakteur empfängt in seinem Büro im Agora-Verlag in Warschau. Es gibt gezuckerten Kaffee und Zigaretten.

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