
„Jeder einzelne Rechtsextremist wird die AfD heute der NPD vorziehen“
Die Welt
Für Extremismusforscher Pfahl-Traughber bewegt sich die AfD tiefer in den Rechtsextremismus hinein. Der Rückzug von Noch-Chef Meuthen zeige intern die Kräfteverschiebung. Und er erklärt, wie die Partei künftig „stärker und breiter in die Gesellschaft hinein wirken“ könnte.
WELT: Herr Pfahl-Traughber, zum dritten Mal in der Geschichte der AfD könnte ein Vorsitzender rechts überholt werden, Parteichef Jörg Meuthen kandidiert nicht mehr. Wohin führt der Weg der Partei?
Armin Pfahl-Traughber: Mit Blick auf die kurze Geschichte der AfD gibt es eine eindeutige Entwicklung: Aus einer ursprünglich rechtsdemokratischen wurde eine rechtsextremistische Partei. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass man bei einer NPD endet, denn die ist kein erfolgreiches Modell bei Wahlen gewesen. Wenn eine rechtsextremistische Partei breite Wahlerfolge einfahren will, bedarf es heute eines bürgerlich-konservativ-seriösen Images. Aus strategischen Gründen wird man irgendwann Halt machen.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












