
„Die Verwerfungen in den Dörfern werden sich nicht alle kitten lassen“
Die Welt
Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) fürchtet, dass die Corona-Krise in seiner bayerischen Region das Zusammenleben nachhaltig erschüttert. Bisher intakte dörfliche Gemeinschaften stünden unter erheblichem Stress. In einer Impfpflicht sieht er sogar eine Chance.
WELT: Herr Mayer, Sie sind Abgeordneter des Wahlkreises Altötting/Mühldorf, der derzeit als Corona-Epizentrum gelten muss. Es ist eine wohlhabende, prosperierende Region, die lange von der Landwirtschaft, heute von der Industrie geprägt ist. Hat dieser Wohlstand etwas mit den niedrigen Impfquoten zu tun?
Stephan Mayer: Mir war vor Corona nicht bewusst, dass auch bei anderen Impfungen wie Masern die Impfquote in Südostbayern traditionell unterdurchschnittlich hoch ist. Ein Zusammenhang mit dem Wohlstand drängt sich vielleicht deshalb auf, weil die Skepsis hier weit in das bürgerliche Lager hinein reicht. Die Gründe dafür liegen aber wohl tiefer.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












