
„Bei der Energieversorgung im Winter kann es keine heiligen Kühe geben“
Die Welt
Die frühere Grünen-Abgeordnete Rebecca Harms prägte jahrzehntelang den Widerstand ihrer Partei gegen Atomkraftwerke. Jetzt aber kann sie sich eine „Streckung“ des Betriebs vorstellen. „Schlaflose Nächte“ bereiten ihr jedoch andere Reaktoren.
WELT: Frau Harms, Sie haben in der aktuellen Debatte über Atomkraftwerke gesagt, dass Sie „nach einer Sicherheitsprüfung der konditionierten befristeten Verlängerung von AKW-Laufzeiten zustimmen“ würden. Was bewegt Sie dazu?
Rebecca Harms: Meine Äußerung bezieht sich darauf, dass in Deutschland über eine Streckung des Betriebs der drei verbliebenen Atomkraftwerke diskutiert wird und die Regierung das prüft. Es geht um die eventuelle Genehmigung eines Betriebs, der für befristete Zeit über die gesetzlich verankerten Abschaltungstermine hinausgehen würde. Da ich überzeugt bin, dass die Energieversorgung im nächsten Winter eine harte Herausforderung ist, kann es für mich bei der Frage, wie wir da durchkommen, keine heiligen Kühe geben.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












