
Über Europas „Anti-Seidenstraße“ kann Peking nur lächeln
Die Welt
China weitet mit dem Megaprojekt „Neue Seidenstraße“ stetig seinen geopolitischen Einfluss aus – auch in Europa. Nach jahrelangem Zögern bekräftigen die Außenminister der EU-Mitgliedstaaten nun ihre Gegeninitiative. Doch das Ergebnis ist kaum mehr als eine Theorie.
Es ging alles ganz schnell. Erst gegen 9.30 Uhr hatten die Außenminister der EU-Mitgliedsländer am Montagmorgen in Brüssel ihre Beratungen begonnen. Knapp eine Stunde später verabschiedeten sie per Akklamation ein Dokument mit großen Visionen und immensen Folgen für Europa – zumindest, wenn den schönen Worten jemals Taten folgen sollten. Ziel ist ein „Global vernetztes Europa“. Im Klartext: Die EU will Chinas Projekt der Neuen Seidenstraße (Belt and Road) eine eigene sogenannte Konnektivitätsstrategie entgegensetzen, um Peking im Kampf um neue Märkte und politischen Einfluss nicht länger allein das Feld zu überlassen. Es geht um EU-Geopolitik, aber auch um eine stille Revolution in der europäischen Wirtschaft, die sich künftig enger als jemals zuvor mit globalen Partnern zusammenschließen soll. Nur: Anders als in Peking ist die Brüsseler Strategie bislang vor allem ein Papiertiger, Fortschritte kaum sichtbar – und eine ganze Weltregion wird scheinbar von den Plänen ausgeklammert.
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