
Ökonom will Inflation durch Rente mit 70 bekämpfen
n-tv
Um die Folgen der Inflation abzufedern, fordert Ökonom Gunther Schnabel die Anhebung des Renteneintrittsalters. Doch sein Vorschlag basiert laut Kritikern nicht nur auf einer falschen Annahme. Sie erkennen darin auch "einen populistischen Einschlag".
Das Leben in Deutschland wird immer teurer. Inzwischen steigen nicht nur die Energiekosten kräftig, sondern auch die Preise anderer Produkte. Im April verteuerten sich nach Daten des Statistischen Bundesamtes etwa Nahrungsmittel überdurchschnittlich stark. Nach Einschätzung von Experten müssen sich Verbraucher auch in den kommenden Monaten auf Teuerungsraten von mehr als sieben Prozent einstellen.
Im Kampf gegen die hohe Inflation spricht sich der Ökonom Gunther Schnabl deswegen für eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters aus. Der Wirtschaftsforscher sagte der "Bild"-Zeitung: "Das Renteneintrittsalter muss steigen. Deutschland hat schon heute ein riesiges Fachkräfteproblem, Hunderttausende Stellen sind unbesetzt." Das führe dazu, dass unter anderem die Löhne in den nächsten Jahren kräftig steigen müssten und damit Waren und andere Leistungen noch viel teurer würden, sagte Schnabl.
Der Hintergrund für Schnabls Forderung ist laut dem Leiter der Abteilung Makroökonomie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Alexander Kriwoluzky, eine These, die davon ausgeht, dass eine alternde Gesellschaft aus zwei Gründen inflationär wirken kann: Zum einen sinke das Arbeitsangebot, was die Löhne erhöht. Zum anderen heizten die Rentnerinnen und Rentner die Nachfrage an, weil sie Sparguthaben auflösen.
